Grüezi

Der richtige Zigarrengenuss / Zigarren respektvoll geniessen

Transport der Zigarren

Sofern es das Umfeld erlaubt, sich der richtige Zeitpunkt abzeichnet und die entsprechende Zigarre gefunden ist, steht dem Zigarrengenuss nichts mehr im Wege. Für den sicheren Transport der Zigarre eignet sich, falls sie nicht schon in einem Tubo verpackt ist, ein Reisehumidor oder ein Universal-Tubo. Letzterer ist ein Röhrchen aus Kunststoff oder Alu, welches in der Länge verstellbar ist und der Zigarre während des Transportes den nötigen Schutz bietet und - ihre Feuchtigkeit über mehrere Wochen behält.

Anschneiden

Vor dem Anzünden wird die Zigarre angeschnitten, mit dem Cutter, einem Guillotine-ähnlichen, im Optimalfall doppelklingigen Schneidwerkzeug, womit der Kopf der Zigarre angeschnitten wird. Der Schnitt sollte gerade und sauber sein, damit man beim Ziehen keine Brösel im Mund hat - und die entstandene Zugöffnung sollte nur etwa die Hälfte des Zigarrendurchmessers betragen - einerseits damit das Deckblatt nicht angeschnitten wird und aufgeht, andererseits damit nicht eine zu grosse Zugöffnung entsteht, was beim Rauchen ständiges Erlöschen der Zigarre zur Folge haben kann. Auch sollte beim Schneiden von der Zigarre her zum Schneider und umgekehrt jeweils etwas Druck ausgeübt werden, damit der Schnitt konkav und nicht konvex ausfällt. Das Resultat sind weniger Brösel und trockeneres Mundstück. Zigarren mit Ringmassen ab ca. 46 sollten ausschliesslich mit dem Zigarrenbohrer angebohrt werden, damit ein guter Zug entstehen kann. Das heisst dann, noch weniger Brösel, auch ist es dadurch möglich, das Mundstück ganz trocken zu halten. Beim Bohren sollte man mehr drehen als drücken, so werden vor allem dünnere Zigarren weniger beschädigt.

Anzünden

Beim Anzünden der Zigarre soll darauf geachtet werden, dass keine schwefelhaltigen Zündhölzer verwendet werden und die Flamme die Zigarre nur ganz kurz oder gar nicht berührt, während man an der Zigarre zieht. Der Zedernholzspan gilt da und dort als optimal, wobei jedoch auch Feuerzeuge mit Gasbrenner (niemals Benzin) ebenfalls gute Dienste leisten. Natürlich kommt es auch dann noch vor, dass sie unregelmässig abbrennt, was jedoch eher damit zusammenhängt, dass sie unregelmässig hart gerollt oder unregelmässig befeuchtet ist.

Die technisch (logisch) beste Art, Zigarren anzuzünden:

Mit einem Laserflammen-Feuerzeug (Sturmfeuerzeug / Stichflamme) wird die Zigarre mit drei-vier kreisförmigen Bewegungen angeglüht; eine Aschenkrone wird erzeugt. Dabei wird die Zigarre leicht von unten nach oben gehalten - und von leicht oben her angeglüht. So steigt in der Zigarre keine Hitze auf. Durch Anblasen der Glut (nicht ziehen) zeigt sich, wo noch Glut nötig ist. Dann wird die Zigarre etwas hin und her geschwenkt, damit etwas Luft dazu kommt. Nach zwei-dreimaliger Wiederholung dieser Prozedur misst die Aschenkrone ca. 1 mm und die Zigarre ist noch kühl - und damit ideal genussfertig. 

Rauchen / Zigarren respektvoll geniessen

Brennt die Zigarre, zieht man nicht daran, wie an einer Zigarette, sondern in langen, konstanten Zügen, ohne sich gross anzustrengen und ohne danach den Rauch zu inhalieren - durch den Fermentationsprozess wird der Rauch des glühenden Tabaks alkalisch und eignet sich nicht zur Inhalation. Der Rauch wird einige Sekunden im Mund behalten, man schmeckt, geniesst die edle Würze und bläst ihn wieder aus; gleich danach wird sich im Gaumen nochmals ein wahres Feuerwerk an Aromen ergeben. Gezogen wird in Abständen von etwa 40 Sekunden bis eine Minute, damit die Zigarre nicht zu heiss und dadurch bitter wird. Longfiller-Zigarren, also solche mit ganzblättriger Einlage, ergeben beim Rauchen eine schöne Aschenkrone, welche bei einer Länge von ca. 2-3 cm behutsam abgestreift wird. Ist die Aschenkrone weiss, zeugt dies von edlem Tabak.

Abschied

Ist die Zigarre geraucht, wird sie niemals ausgedrückt. Sie wird verabschiedet, das heisst, man legt sie einfach in den Ascher und lässt sie langsam 'sterben'. Zum Geniessen im Freien: Draussen an der frischen Luft wird eine Zigarre sicher besser schmecken, als drinnen in der geheizten, trockenen Räumlichkeit, wo sie eingeengt wird durch die Konzentration anderer Düfte.